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Leoš Janáček

3. 7. 1854 – 12. 8. 1928 Komponist, Folklorist, Pädagoge

Janáček stammt aus einem Handwerker- und Kantorgeschlecht, das in seiner Tradition mit den Regionen um Těšín, Frýdek und Příbor verbunden ist. Sein Großvater wurde 1778 in Frýdek geboren, er war Lehrer in Albrechtičky, sehr guter Orgelspieler und berühmter Gärtner. Seit 1848, als Janáčeks Vater Jiří mit seiner Familie hierher zog, ist mit dem Geschlecht Janáček auch Hukvaldy verbunden. Hier wurde am 3. Juli 1854 Leoš Janáček geboren. Die Grundschule besuchte er in seinem Geburtsort (1856 – 1859), wo er sehr früh die Naturschönheiten aber auch das harte Leben der Lachei kennenlernte. Seit früher Kindheit musizierte er, sang im Chor, spielte Klavier. Mit elf Jahren schickte ihn der Vater in die Fundation des Altbrünner Klosters, wo zu dieser Zeit Pavel Křížkovský wirkte. Weiter schritt er in seinen Studien fort an der Realschule in Brno, dem Lehrerinstitut, der Skuherská Orgelschule in Prag, am Konservatorium in Leipzig und in Wien. Danach kehrte er zurück nach Brno, wo er an nationalen Befreiungsaktionen teilnahm. Er wurde Direktor der Orgelschule, war als Dirigent tätig und begann sehr früh mit seiner Komponistenkarriere. Nach Gründung der Tschechoslowakischen Republik war er Professor an der Brünner Zweigstelle der Meisterschule des Prager Konservatoriums. Er war nicht nur als Komponist tätig, Aufmerksamkeit erregte er durch seine Feuilletons und seine Schriften der Musiktheorie, in denen er die Ergebnisse seiner Studien der Kunst- und Volksmusik veröffentlichte. Mit dem Dialektologen Fr. Bartoš widmete er sich dem Studium und der Sammlung mährischer Volkslieder und war als Kenner der mährischen Volkslieder anerkannt. 1919 wurde er zum Professor der Meisterschule des Prager Konservatoriums ernannt, war Mitglied des Musikbeirats des Schulministeriums und der nationalen Aufklärung, Mitglied der Böhmischen Akademie (1912), Preußischen Kunstakademie (1927), schreibendes Mitglied der The School of Slavonic Studies in London (1928), Vorsitzender des Klubs mährischer Komponisten (1919), Mitglied der meisten bedeutenden tschechischen Musikvereine und Korporationen, Konservator der Musikdenkmäler usw. Leoš Janáček gehört zu den bedeutendsten und genialsten Schöpfern der tschechischen und internationalen modernen Musik und noch zu Lebzeiten gelangten seine Werke in die führenden Zentren der Weltmusik, vor allem nach England und in deutsch sprechende Länder. Seine Werke wurden mit nationalen Preisen und Preisen der Tschechischen Akademie geehrt. Sehr intensiv beschäftigte er sich mit dem Studium und der Sammlung von Volksliedern, vor allem in seinem Geburtsort, aber er sammelte auch in Mniší, Tichá, Čeladná, Kunčice pod Ondřejníkem, und Kozlovice, in der Region Vsetín und auch bei Valašské Meziříčí. Er sammelte auch in der Umgebung von Luhačovice und in der Slowakei. Auf seinen Reisen durch die verschiedensten Gegenden lernte er viele Musikanten, Sänger und Tänzer kennen, über die Volksmusik schrieb er fundierte Erörterungen und beteiligte sich sogar an der Vorbereitung der Heimatkundlichen tschechoslawischen Ausstellung im Jahre 1895 in Prag. Er gab eine Sammlung über die Volkspoesie in den Liedern von Hukvaldy und Mährische Volkspoesie in Liedern heraus.
Beim Sammeln der Volkslieder wurde Janáček auf die Tonmelodie der menschlichen Sprache aufmerksam, zeichnete die Volkssprache auf, es entstand seine Sprachmelodie. Besonders Její pastorkyňa (Ihre Ziehtochter), Káťa Kabanová (Katja Kabanova), Liška Bystrouška (Das schlaue Füchslein) und Z mrtvého domu (Aus einem Totenhaus) gehören zu den erfolgreichsten Aufführungen im Ausland und sind Höhepunkte der Theatersaison. Den persönlichen Musikstil von Leoš Janáček treffen wir auch in seinen Chorwerken. Der Männerchor zu den Worten von Petr Bezruč - Maryčka Magdónova, Kantor Halfar, 70 000 – er komponierte für den berühmten Sängerverein der mährischen Lehrer. Weltbekannt sind auch seine Orchesterwerke Taras Bulba, Balada blanická (Blanik-Ballade) und insbesondere Sinfonietta. Als eine der schönsten Werke der Weltmusik wird die Glagolská mše (Glagolitische Messe) für Solo, gemischten Chor, Orchester und Orgel angesehen, die Janáček mit 72 Jahren schrieb. Die Kompositionsarbeiten bestehen in häufiger Motivwiederholung, Fragmentität und dramatischer Kürzung, die ebenso wie die Kunst der Sequenz in diesem Werk ihren Höhepunkt erreichten.

1 Hukvaldy

Leoš Janáček liebte seinen Geburtsort Hukvaldy. Auch wenn er hier nur elf Kindheitsjahre verbrachte und später Brno seine Heimat wurde, kehrte er immer sehr gern in seinen Geburtsort zurück. Er fuhr hierher in den Sommerferien und zu Weihnachten, in den letzten Jahren seines Lebens reiste er am liebsten allein. Er freute sich auf die Ruhe, die geliebte Natur aber auch auf die ehrlichen Leute und Nachbarn. Hier entstanden Skizzen und auch fertige Partien seiner Meisterwerkel Příhody lišky Bystroušky (Das schlaue Füchslein), Věc Makropulos (Die Sache Makropulos), die Symphonie Dunaj (Die Donau), Říkadla (Reime), Lašské tance (Lachische Tänze), Mládí (Jugend), beide Bogenquartette und der Großteil seiner literarischen Schöpfungen - seine Feuilletons.

2 Geburtsha us von Leoš Janáček in Hukvaldy

Erinnerung an die Geburt von Leoš Janáček ist eine Bronzegedenktafel mit dem Relief des Komponisten an der Front der ehemaligen Gemeindeschule in Hukvaldy. Sie wurde 1926 enthüllt und trägt die Aufschrift: „Dem Genie der tschechischen Musik PhDr. Leoš Janáček, geboren in diesem Haus am 3. 7. 1854, die dankbare Gemeinde“. Heute befindet sich in diesem Haus das Informationszentrum, Janáčeks Geburtsstube (die Stube in der Janáček geboren wurde, ist der Öffentlichkeit zugänglich und zeigt zeitgenössische Bilder), eine Galerie, ein Seniorenklub und der Sitz der Bürgervereinigung Fond Janáčkovy Hukvaldy.

Geburtshaus von Leoš Janáček (Rodný dům Leoše Janáčka),
Hukvaldy 40,
Tel.: +420 558 431 524,
E-Mail: info@janackovy-hukvaldy.cz

3 Leoš Janáček-Gedenkstätt e in Hukvaldy

Drei Monate nach der feierlichen Aufführung von Její pastorkyňa im Prager Nationaltheater ernannte die Heimatgemeinde Leoš Janáček zu ihrem Ehrenbürger. In seiner Danksagung an das Gemeindeamt erklärt der Komponist: „Ihr wisst doch, dass ich mit meiner ganzen Seele an diesen Hütten, an diesen Wäldern, an allem was zu Hukvaldy gehört hänge!“
Im Jahre 1905 kaufte hier sein Bruder František ein Haus, starb aber drei Jahre darauf. Seine Frau verkaufte es dem Schwager Leoš, ständiger Bewohner war die geschiedene Schwester Josefa. Janáček machte aus dem Haus seinen Erholungssitz, führte elektrischen Strom ein und begann später mit dem Ausbau der oberen Stube. In seinem Letzten Willen vermachte er das Haus mit Wald, Feld und Garten der Gemeinde Hukvaldy und gab noch 20 000 Kč für die Instandhaltung hinzu.
Das lebenslange Nutzungsrecht hatte seine Frau Zdenka, die es im Jahre 1933 der Öffentlichkeit zugänglich machte. Anfangs war es nur bei bedeutenden Ereignissen oder für vorab angemeldete Besucher geöffnet. Während des Krieges bis 1945 wohnte darin die Familie des Gendarmeriewachtmeisters, ab 1948 die Familie des Lehres Petr Eliáš. In dieser Zeit wurden die Innenräume teilweise umgebaut. Jetzt gehört es der Leoš Janáček Stiftung. Diese führte eine Generalreparatur des Objekts durch, wobei sie sich bemühte, das Aussehen dem Zustand anzunähern, in welchem es Leoš Janáček 1928 verließ. Die Ausstellung kann in historischen Teil und Lehrexposition untergliedert werden. Der historische Teil besteht aus drei Räumen im Erdgeschoss. Dort ist die ursprüngliche Innenausstattung aus der Zeit der Nutzung von Janáček erhalten. Die Besucher können den Salon, Schlafzimmer und Küche anschauen. Die Lehrexposition verweist auf die Aufenthalte des Komponisten in Hukvaldy, zeigt seine Beziehung zum Geburtsort und dokumentiert die Verbindung dieses Orts mit dem Werk Janáčeks. Wir finden hier Fotos aus seinem Leben, Briefe, Aufzeichnungen, Notenschriften, Kostümentwürfe zur Oper Příhody Lišky Bystroušky (Das schlaue Füchslein) und vieles andere. Im neu hergerichteten Audiovideoraum im 1. Geschoss können die Besucher Janáčeks Werke anhören oder einen Musikfilm über Leben und Werk des Meisters anschauen.

Leoš Janáček-Gedenkstätte (Památník Leoše Janáčka),
Hukvaldy 79, Podoboří, Velká Strana
Tel.: +420 558 699 252,
E-Mail: PLJHukvaldy@janacek-nadace.cz
Öffnungszeiten: April: 10:00 – 16:30, Mai: 10:00 – 17:00, Juli – August: 10:00 – 18:00, September: 10:00 – 17:00, Oktober: 10:00 – 16:30. Von November bis März nach telefonischer Absprache zugänglich.

4 Janáčeks Bank

1925 und 1926 kaufte Leoš Janáček einen Wald, in den er häufig spazieren ging. Er wurde vom Förster Vincenc Sládek gepflegt, der auf den Babí hora eine Bank aufstellte, wo Janáček oft saß und in die Landschaft schaute. 1994 wurde der Platz um die Bank neu hergerichtet und an der Wand, die hinter der Bank erbaut wurde, eine Gedenktafel mit dem gleichen Text wie am Denkmal Leoš Janáčeks angebracht.

5 Janáčeks Steg

Der Lehrpfad Janáčeks Steg führt vom Unterschloss über das Gehege, vorbei am Denkmal des schlauen Füchslein und am Amphitheater, dem ehemaligen Erzbischofsforsthaus bis hin zum Tor bei Měrkovice. Von hier geht er weiter nach Kozlovice und steigt entlang des Bachs Bačový potok auf den Podvrší. Dort können Sie sich an der künstlichen Höhle Myslíkovská Lurda mit Statue der Jungfrau Maria Lourdes und des Mädchens Bernardetta ausruhen. Diese ließ als Danksagung für das Überleben der Schrecken des 2. Weltkriegs ein dankbarer Bürger erbauen. Vom Podvrší führt der Weg nach Kubánkov, wo der etwa 8,5 km lange Lehrpfad endet und Sie sich erneut erholen können.

6 Wildgehege, Denkmal des schlauen Füchslein

Das älteste tschechische Wildgehege hat eine Fläche von etwa 440 ha und wurde schon 1556 angelegt. Heute können die Besucher im Gehege mit wunderschönen Eichen-, Kastanienund Lindenalleen, der Heimat einer zahlreichen Mufflon- und Damwildherde, auch eine Gruppe aus 7 etwa 150 Jahre alten Waldbuchenbäumen (Fagus sylvatica) bewundern. Ihre Wurzeln sind im steilen Hang durch Erosion freigelegt und erreichen eine Länge von fast 8 m. Am Eingang in das Gehege ist ein Tor mit markantem Erzbischofswappen. Von hier führt ein Weg bis zum Denkmal des schlauen Füchslein, welches an die berühmte Oper von Leoš Janáček erinnert. Beim näheren Hinsehen scheint es, dass seine Schnauze und der Schwanz glatter sind, das Streicheln soll nämlich geheime Wünsche erfüllen. Auch wird erzählt, dass wenn eine junge Frau an den Schwanz fasst, sie sich bald auf ein Kind freuen kann. Das schlaue Füchslein steht an der Kreuzung des gelben Wanderwegs mit dem rot gekennzeichneten Spaziergang und der Lehrpfade Janáčkův chodníček und Hradní vrch. Unweit befindet sich das hiesige Amphitheater, der Spaziergang führt bis zur Burgruine Hukvaldy, die in nordöstlicher Richtung liegt.

7 Burg Hukvaldy

Der Name der Burg ist vom Namen des rheinländischen Grafengeschlechts Hückeswagen, die sie in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts erbauten, abgeleitet. Bald nach ihrer Gründung wurde sie Teil des Besitzes des Olmützer Bistums und hatte neben Festungscharakter auch Bedeutung als Verwaltungssitz der ausgedehnten Herrschaft. Sie gehört zu den größten Burgen in Mähren und wurde nie eingenommen. 1762 brannte sie aber aus und so begann der allmähliche Verfall. Heute kann sie allein oder mit Führung besucht werden, der Eintritt gilt in der gängigen Betriebszeit ganztätig. Die Burgsilhouette bestimmt die lange, durch die übrigen Gebäude überhöhende Basteien unterbrochene Mauer. Der Eintritt in die Burg ist durch ein in der schrägen Burgmauer der Westbastei gebrochenes Tor mit Fallbrücke über den schützenden Graben. Vom Hof des Schlosskerns sind der teilweise überdachte Palast, die Kellergewölbe, Hungerkammer und mehrere Zellen zugänglich.
Vom Aussichtspunkt kann unter günstigen Bedingungen die breite Umgebung bewundert werden. Auf der Burg finden Konzerte, Theatervorstellungen und viele andere Begleitveranstaltungen statt. Die Touristen- und Kultursaison wird im November durch das traditionelle Fest Ondřejská pouť abgeschlossen.

Burg Hukvaldy (Hrad Hukvaldy),
739 46 Hukvaldy,
Tel.: +420 558 431 524 (Büro), +420 558 699 323 (Kasse),
E-Mail: hradhukvaldy@seznam.cz,
www.janackovy-hukvaldy.cz
Öffnungszeiten: April – Oktober: SA, SO 9:00 – 12:30, 13:00 – 16:00, Mai – August: DI – SO 9:00 – 12:30, 13:00 – 18:00, September: DI – SO 9:00 – 12:30, 13:00 – 17:00
Die Öffnung der Burg außerhalb der Öffnungszeit kann unter
Tel. +420 604 618 144 vereinbart werden. Behindertengerechter Zutritt: nur auf den Hof (für Körperbehinderte kann ausnahmsweise die Einfahrt mit Auto genehmigt werden), ansonsten teilweise behindertengerechter Zutritt Parkmöglichkeit: ja unter der Burg 5 Parkplätze, weitere im Ort Hukvaldy

Internationales Musikfestival Janáčkovy Hukvaldy

Das zu Ehren von Leoš Janáček veranstaltete Musikfestival findet alljährlich auf dem Gelände der Burg Hukvaldy und des Amphitheater statt. Es zieht viele Liebhaber von Symphonie- und Kammermusik, Chorgesang und Opern aus der Region und dem Ausland an.
www.janackovy-hukvaldy.cz

Janáčeks Mai

Das internationale Musikfestival bietet den Besuchern alljährlich in den Monaten Mai und Juni in Ostrava und anderen Orten der Region Kammer- und Symphoniemusik.
www.janackuvmaj.cz

Janáček Philharmonie Ostrava

Die Janáček Philharmonie Ostrava ermöglicht den Bewohnern der Region schon 55 Jahre regelmäßige Treffen mit einzigartig interpretierter Symphoniemusik. Das Orchester weist über die gesamte Dauer seiner Existenz auf einheimischen und internationalen Podien seine Fähigkeiten und Qualität nach.
www.jfo.cz

Flughafen Leoš Janáček Ostrava

Der Flugplatz in Ostrava trägt seit Ende 2006 den Namen Leoš Janáček und reihte sich so zu den Flugplätzen, die den Namen einer berühmten Persönlichkeit tragen. Die Flughafenleitung wählte aus diesen drei Namen: Jan Amos Komenský, Leoš Janáček und Sigmund Freud. Als am besten geeignet und bekannteste Weltmarke wurde am Ende Leoš Janáček ausgewählt.
www.airport-ostrava.cz